Semesterferien 2

42 - Jessica, Lee, Theresa, Amelie @ Strand

Lee genoss schweigend die letzten Reste ihres Eis, während ihre Mitbewohnerinnen sie noch immer breit angrinsten. Besonders Jessica und Theresa hatten den Anblick der Kommilitonin genossen, als diese mit ausgebeultem Bikini aus dem Gebüsch gekommen und über den Strand gelaufen war. Dieser Umstand sowie der junge Mann, der kurz darauf aus dem grünen Wildwuchs kam, blieben vermutlich auch anderen Strandbesuchern nicht verborgen. Ein Detail, das es für Lee nur noch peinlicher machte.

»Also mein Arsch-Eis war echt lecker«, stellte Jessica grinsend fest, während sie Stiel und Verpackung beiseite legte. »Es tut mir ja fast schon etwas leid, dass dein Hintern nicht länger gekühlt werden konnte.«

»Sehr witzig«, gab Lee mit einem genervten Blick zurück.

»Ist es wirklich«, stellte Theresa lachend fest. »Obwohl ich es noch besser finde, dass du direkt blank gezogen hast. Konntest es kaum erwarten, oder?«

»Ich erzähle euch nie wieder etwas!«

Lee warf den übergebliebenen Eisstiel auf ihr Handtuch und verschränkte beleidigt die Arme. Nur auf das Drängen von Jessica und Theresa hin hatte sie alles aus dem Gebüsch berichtet und eigentlich hatten ihre Freundinnen vorab versprochen, sie nicht damit aufzuziehen.

›Soviel dazu‹, dachte Lee zähneknirschend und blickte zu Amelie.

Die Kunststudentin hatte ihr Eis erst zur Hälfte gegessen und das, was noch über war, fiel langsam aber sicher der Hitze zum Opfer. Mittlerweile war die Hand der Studentin von einer Schicht aus Schokolade überzogen.

»Schmeckt dir das Eis nicht?«, wollte Lee wissen.

»Was? Oh, doch, klar«, kam Amelies Reaktion, ehe sie einen Blick auf ihre Hand warf. »Hat eine von euch ein Taschentuch?«

»Iss einfach schnell auf«, meinte Theresa. »Dann kannst du dir die Hände im Meer waschen und anschließend schaust du bei Robert vorbei.«

Amelie schüttelte umgehend den Kopf, leckte aber dennoch gedankenverloren an dem schmelzenden Eis in ihrer Hand. Nun war zwar Yvonne von der Bildfläche verschwunden, dafür lag aber Moritz neben seinem Kumpel. Anfangs hatte sie noch gehofft, der Neuankömmling würde ins Wasser gehen. Stattdessen hatte er es sich gemütlich gemacht und schien sich auszuruhen. Wovon war er denn so erschöpft?

»Wir könnten als nächste Aufgabe ja machen, dass diejenige, die erwählt wird, zu Robert geht und ihm steckt, dass Amelie in ihn verknallt ist«, meinte Lee grinsend und sie war froh, nicht mehr im Fokus zu stehen.

»Das ist eine blöde Idee«, beschwerte sich Amelie.

»Warum denn?«, wollte Jessica wissen. »Entweder es macht eine von uns für dich oder du bekommst den notwendigen Schubs, um es selbst in die Hand zu nehmen.«

»Ganz klasse«, erwiderte Amelie. »Entweder er hält mich für total inkompetent, weil ich noch mit Anfang zwanzig eine Freundin vorschicke, oder ich mach mich total zum Deppen. Was soll ich denn überhaupt sagen?«

»Wie wäre es mit: Hey, Robert, dein Gesicht sieht toll aus. Darf ich mich mal draufsetzen?«, warf Theresa grinsend ein. »Der Bart kitzelt sicher an den richtigen Stellen.«

»Und die anderen Stellen kitzelt er mit seiner Zunge«, führte Lee weiter aus.

Das ließ wiederum Jessica und Theresa aufhorchen. Dass ihre sonst so introvertierte Mitbewohnerin Derartiges von sich gab, sollte schon etwas heißen. Offenbar hatte die Begegnung mit dem Eisverkäufer im Gebüsch ihre Spuren hinterlassen.

Tatsächlich dachte die Studentin umgehend an den jungen Mann und wie es wäre auf seinem Gesicht Platz zu nehmen. Dabei war sich Lee nicht einmal sicher, ob sie eine weitere Begegnung herbeisehnte oder vermeiden wollte. Zumindest hatte sie noch ein paar Tage, um dies herauszufinden.

»Im Gegensatz zu Lee weißt du sogar, wie er heißt«, stellte Jessica mit einem breiten Grinsen fest. »Manche Frauen klären das gerne ab, bevor sie sich komplett vor einem Kerl ausziehen.«

»Oder sich den Hintern versohlen lassen«, fügte Theresa hinzu, ehe sie mit Jessica um die Wette grinste.

»Ich dachte, wir wollten Amelie helfen«, erinnerte Lee, die ihren Mitbewohnerinnen einen finsteren Blick zuwarf. »Stattdessen sorgt ihr dafür, dass ich mir billig vorkomme. Na schönen Dank.«

»Was heißt hier billig?«, wollte Jessica wissen. »Es waren doch immerhin zwölf Euro.«

»Inklusive Trinkgeld«, hakte Theresa erneut ein.

»Ha ha«, gab Lee zurück, während sie die Augen verdrehte. »Im Gegensatz zu euch beiden, weiß ich wenigstens wann es genug ist. Daher lassen wir Robert bei der nächsten Aufgabe außen vor.«

»Danke«, meinte Amelie, ehe sie Lee ein Lächeln schenkte.

»Was soll es stattdessen sein?«, wollte Jessica wissen.

»Wer dran ist, wird von den andern im Sand verbuddelt«, erklärte Lee. »Dort muss sie aushalten bis wir nachher reingehen.«

»Also ein oder zwei Stunden im Sand rumliegen?«, hakte Theresa mit hochgezogener Augenbraue nach. »Sag doch einfach, wenn du hochgehen und dich etwas ausruhen willst.«

»Du solltest langsam wissen, dass das noch nicht alles war«, meinte Lee und verdrehte abermals die Augen. »Natürlich wird diejenige nackt verbuddelt und mit etwas Abstand zu uns. Wenn sie vorher aufstehen will, muss sie also ein paar Meter nackt über den Strand.«

»Okay, das ist schon deutlich aufregender«, gestand Theresa und sie überlegte wie die anderen, ob der am Körper haftende Sand im Notfall als Sichtschutz reichen würde.

»Meinst du nicht, es fällt auf, wenn sich eine von uns nackt eingraben lässt?«, wollte Amelie, welche die bekannte Nervosität aufsteigen spürte, wissen.

»Natürlich ziehen wir der Glücklichen erst kurz vor Ende den Bikini aus«, entgegnete Lee und lächelte. »Danach kommt sofort Sand drüber und vielleicht etwas Deko.«

»Deko?«, hakte Jessica nach, doch sie wartete vergebens auf eine Antwort.

»Seid ihr bereit?«, wollte Lee stattdessen wissen und sie griff nach der Flasche.

Ihre drei Kommilitoninnen nickten und die Flasche wurde in Bewegung versetzt.

Wer wird nackt im Sand vergraben?

  • [32,7%] Amelie
  • [27,7%] Jessica
  • [22,8%] Theresa
  • [16,8%] Lee

Die Umfrage ist geschlossen. (101 Stimmen)



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