Abenteuer bei Vollmond

Kapitel 1

Obwohl es kurz vor Mitternacht war, zeigte das Thermometer noch immer 25 Grad Celsius an. Doch das war bei Weitem nicht der Grund, warum Nadine nicht einschlafen konnte. Sie hatte die Bettdecke beiseite geschlagen und blickte durch das offene Fenster auf den wahren Grund für ihre Schlaflosigkeit. Groß und hell erleuchtete der Mond den Nachthimmel.

Er war fast voll.

Nahezu Vollmond.

Nächste Nacht würde es wieder soweit sein.

Wer glaubt, dass ein böser Fluch auf Nadine lag, liegt ebenso daneben, wie jene, die annehmen, sie hätte Angst vor Werwölfen und anderen Dämonen, deren Erscheinen dem Vollmond zugeschrieben wird. Nein, all das war es nicht, was Nadine wach hielt. Es war vielmehr Vorfreude auf das, was in der nächsten Nacht passieren würde. Was seit über einem Jahr in jeder Vollmondnacht geschah.

Es hatte alles mit einem feuchtfröhlichen Abend angefangen. Gemeinsam mit ihren Freundinnen hatte Nadine ausgiebig gefeiert und einen tollen Abend erlebt. Eine ihrer besten Freundinnen hatte ihren Junggesellinnenabschied gefeiert und so waren die Frauen gemeinsam von Bar zu Bar gezogen. Der krönende Abschluss war der Besuch in einem Nachtclub mit männlichen GoGo-Tänzern gewesen.

So sehr sich Nadine für ihre Freundin gefreut hatte, so sehr war ihr beim Anblick der fast nackten, knackigen Männer bewusst geworden, wie lange sie sich keinem Mann mehr hingegeben hatte. An ihrem Aussehen lag es mit Sicherheit nicht.

Nadine war Ende zwanzig und hatte einen schlanken, sportlichen Körper. Ein knackiger Po und mittelgroße Brüste verliehen ihr weibliche Rundungen, nach welchen sich jeder Mann gerne umsah. Doch scheinbar war genau das ihr Problem. Ihre Schönheit sorgte dafür, dass kein Mann es wagte, sie anzusprechen. Dass sie in ihrem Job, der einen großen Teil ihrer Zeit verschlang, zudem souverän und erfolgreich war, machte sie unnahbar.

Als Nadine beschwipst und leicht melancholisch an jenem Abend wieder nach Hause gekommen war, hatte sie sich vor den Rechner gesetzt. Ziellos war sie durch die Weiten des Internets gesurft und schließlich in einem Chatroom für Singles gelandet. Schnell hatte sie einen Gesprächspartner gefunden, dem sie dank einer gehörigen Portion Restalkohol und der gefühlten Anonymität ihr Herz ausschüttete.

Ihr Kontakt hatte sich als ausgezeichneter Zuhörer oder besser gesagt Leser erwiesen. Erst als der Morgen gegraut hatte, war Nadine bewusst geworden, wie lange sie gechattet hatten. Obwohl sie wusste, dass es unvernünftig war, hatte sie ihm ihre Handynummer gegeben, bevor sie offline und ins Bett gegangen war.

In den folgenden Wochen schrieben sie Nachrichten oder trafen sich im Chatroom. Er hatte immer ein offenes Ohr für sie, egal ob es sich um Allerweltsprobleme oder Gedanken intimer Natur handelte. Irgendwann nahm Nadine ihren Mut zusammen und wählte seine Nummer, anstatt eine Nachricht zu schicken. Als sie zum ersten Mal seine Stimme hörte, wurden ihre Knie weich. Sie klang tief und männlich. Zugleich lag eine Wärme in ihr, sodass Nadine schon das einfache »Hallo« ein Gefühl von Geborgenheit gab.

Es kam wie es kommen musste und die beiden trafen sich zum Abendessen. Paul, ihr treuer Gesprächspartner, bekam endlich ein Gesicht. Charmant lächelnd saß er ihr im Restaurant gegenüber während Nadine die Augen nicht von seinem tollen Körper und den eisblauen Augen lassen konnte.

Als er sie später am Abend vor ihrer Tür abgesetzt und im Schein des Vollmonds geküsst hatte, war es endgültig um die junge Frau geschehen gewesen. Jede Zelle in ihrem Körper hatte nach hemmungslosem Sex mit diesem Mann verlangt, doch Paul war an diesem Abend nicht mit rein gekommen.

»Du musst lernen, die Vorfreude zu genießen«, hatte er gesagt und sie ein weiteres Mal geküsst.

Dass ihr zweites Date, bei dem Nadine endlich auf ihre Kosten kam, ebenfalls während eines Vollmonds stattfand, war reiner Zufall. Beide fanden Gefallen an der Liaison ohne Verpflichtungen und mit gelegentlichen Treffen. Während der Mond ab- und wieder zunahm, schrieben sie Nachrichten oder telefonierten. Sie erzählte ihm ihre Fantasien und er hörte aufmerksam zu. Keinem Mann zuvor hatte sie sich so geöffnet. Er dankte ihr dieses Vertrauen, indem er ihre Wünsche wahr werden ließ.

Paul begann Nadine zu fesseln und während die junge Frau nackt und bewegungsunfähig ausharren musste, verwöhnte er sie nach allen Regeln der Kunst. Erst in einem Hotelzimmer, später in freier Natur. Mit jedem Mal unterwarf sie sich ihm ein bisschen mehr. Mit jedem Mal dehnte er die Grenzen etwas weiter. Mit jedem Mal kam sie ihrem Ziel ein Stück näher. Sie wollte aus ihrem Leben ausbrechen und die Kontrolle abgeben.

Mit einem wohligen Kribbeln im Bauch dachte Nadine an die vergangenen Monate. An die tollen Treffen und zahlreichen Überraschungen, mit denen Paul ihre Fantasien Realität werden ließ. Es dauerte eine Ewigkeit, bis die Müdigkeit sie schlussendlich übermannte und Nadine einschlief.

Als sie am nächsten Morgen wach wurde, hatte sie kaum geschlafen, doch die Vorfreude auf den Abend wischte jeden Rest von Müdigkeit beiseite. Sie stand auf und machte sich für die Arbeit fertig. Kaum dass Nadine in der U-Bahn saß, vibrierte ihr Handy und ließ sie wissen, dass eine Nachricht angekommen war.

»Ich hole dich um acht ab. Zieh das schwarze Kleid an und für drunter fällt dir schon das Richtige ein.«

In diesem Moment war es um Nadine geschehen. Alle Gedanken kreisten um das bevorstehende Treffen. Den kompletten Arbeitstag nahm sie wie durch Watte wahr. Da konnte sich die Praktikantin noch so zickig aufführen und der Kollege aus dem Nachbarbüro noch so viele diskriminierende Frauenwitze erzählen. Alles prallte an diesem Tag an Nadine, die den Feierabend kaum erwarten konnte, ab.

Zu Hause angekommen, sprang sie schnell unter die Dusche und kümmerte sich um die lästigen Haarstoppeln vom Hals abwärts. Nur mit einem Handtuch umwickelt ging sie ins Schlafzimmer. Das besagte Kleid war schnell gefunden, doch was meinte Paul mit dem Richtigen für drunter?

Nadine wusste, dass er es liebte, wenn sie unter einem kurzen Kleid nichts an hatte. Meinte er also die blanke Haut? Auch fiel ihr der kleine Buttplug mit der verzierten Basis ein, den er so an beziehungsweise in ihr mochte. Oder dachte er an die kleine Klammer mit dem Glöckchen? Ratlos stand Nadine im Zimmer.

Was soll Nadine unter dem Kleid anziehen?

  • [57,1%] Den kleinen Buttplug.
  • [42,9%] Die Klammer mit dem Glöckchen.
  • [0,0%] Absolute nichts.

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