Semesterferien

Kapitel 5

Die wenigen Minuten, die vergingen, kamen Laura wie eine Ewigkeit vor. Die junge Studentin wurde zunehmend ungeduldig und nervös. Langsam bekam sie einen Eindruck davon, wie sich Elena gefühlt haben musste, als sie nackt im Flur des Studentenwohnheims hatte warten müssen.

Diese Erinnerung ließ Laura kurz grinsen, ehe sie sich ihrer aktuellen Lage wieder bewusst wurde. Waren das Stimmen in der Ferne? Die junge Frau drehte ihren Kopf und sah, wie eine kleine Gruppe näher kam. Sofort klopfte Laura erneut an die verschlossene Tür des Ferienhauses.

»Macht endlich auf!«, forderte sie abermals. »Da kommt jemand!«

»Das ist ja interessant!«, rief Janine von innen.

»Bei solchen Lichtverhältnissen können die doch kaum was sehen«, fügte Kerstin hinzu und schaltete das Licht auf der Veranda ein.

Laura entfuhr ein spitzer Schrei, als ihr nackter Körper von oben hell erleuchtet wurde. Um nicht weiter auf dem Präsentierteller zu stehen, rannte sie um das Haus und versuchte es an der Hintertür. Doch auch die war verschlossen.

»Keine Angst, wir haben an alles gedacht«, meinte Kerstin lachend.

Sie hatte ein Fenster in der Nähe geöffnet und blickte ihre Freundin, die sofort wieder ihre Hände vor die Blöße nahm, grinsend an. Langsam näherte sich Laura dem Fenster um sicherzugehen, dass weder Julian noch Tim gleich dazukommen würde. Stattdessen war es Janine, die sich zu ihnen gesellte.

»Lasst mich rein«, bettelte Laura und Janine ließ sie wissen, dass sie das gleich tun würden.

»Vorher musst du uns aber versprechen, dann noch eine Aufgabe zu erfüllen«, fügte Kerstin hinzu und lächelte verschmitzt.

»Wieso eine Aufgabe?«, fragte Laura, die schon ahnte in welche Richtung es gehen würde.

»Ganz einfach«, antwortete Janine. »Tims Regel war eindeutig: Nur ausziehen ist nicht. Wer nackt ist, bekommt Aufgaben gestellt.«

»Und was war dann deine Aufgabe?«, fragte Laura trotzig. »Du hast auch deinen Slip am Strand ausgezogen.«

»Ich musste Kerstin beim Entwenden deiner Unterwäsche helfen«, erwiderte Janine und lachte. »Also, was ist jetzt, möchtest du rein?«

»Was ist das denn für eine tolle Aufgabe?«, fragte Laura, welche die Katze nicht im Sack kaufen wollte.

»Es ist nun mal so, dass wir alle vom bisherigen Abend ziemlich erregt sind«, fing Kerstin an. »Da wird es langsam Zeit etwas Druck abzubauen.«

»Und damit meint sie nicht nur Tim und Julian«, stellte Janine klar.

»Was habt ihr vor?«, hakte ihre Freundin nach.

»Eine mündliche Prüfung sozusagen«, rückte Kerstin mit der Sprache raus. »Darin warst du an der Uni immer super. Jetzt geht es in die Praxis.«

»Ich soll Tim und Julian … Mit dem Mund …« Laura sah ihre Freundinnen erschrocken an.

Gleichzeitig rotierten ihre Gedanken und sie versuchte sich vorzustellen, wie es sein würde.

»Wie gesagt, nicht nur Tim und Julian wünschen sich Befriedigung«, erinnerte Janine und zwinkerte Laura zu.

»Traust du dir das zu?«, wollte Kerstin wissen und sah Laura eindringlich an.

Diese erkannte ihre Möglichkeit, dem Vorschlag eine Abfuhr zu erteilen, doch die Neugier gewann die Oberhand und die junge Studentin nickte zustimmend. Janine reichte ihr ein Handtuch, um die letzten Tropfen vom Körper zu wischen, während Kerstin die Hintertür öffnete.

Schnell huschte Laura ins Haus und ging mit ihren Freundinnen in den Wohnbereich. Sie musste feststellen, dass alle anderen nach wie vor komplett nackt waren und sich keiner die Mühe machte, Klamotten anzuziehen. Bei Julian und Tim war die Vorfreude auf die gestellte Aufgabe deutlich zu erkennen.

Laura fasste sich ein Herz und legte ihr Handtuch beiseite, sodass die anderen erstmals einen ungehinderten Blick auf ihren nackten Körper werfen konnten. Die Aufmerksamkeit der Gruppe war zugleich peinlich und erregend. Kerstin und Janine nahmen ihre Freundin in ihre Mitte.

»Das nenne ich mal tolle Aussichten«, meinte Tim als er sich den drei hüllenlosen Kommilitoninnen gegenüber sah.

Julian, der seinen Blick ebenfalls über die nackten Frauenkörper gleiten ließ, nickte zustimmend.

»Und, wer will zuerst?«, fragte Laura in einem Versuch ihre Nervosität zu überspielen und der Situation, derart zur Schau gestellt zu sein, zu entfliehen.

Bevor jemand anderes eine Chance hatte, schrie Julian: »Hier! Ich!«

Seine Körpermitte ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass es dringend war. Laura löste sich von ihren Freundinnen und ging auf ihn zu. Ihr wurde bewusst, dass die anderen zusehen würden. So stand sie ungewollt weiterhin im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

»Einen Moment«, rief Kerstin und rannte los.

Sie kam kurz darauf mit einer großen Packung Kondome wieder. Janine und Laura fiel auf, dass ihre Freundin diese offensichtlich vorsorglich mitgenommen hatte.

»Ohne Gummi, keine Nummi«, erinnerte sie und reichte Laura ein Präservativ.

Julian warf sofort ein, dass er gerne darauf verzichten würde. »Wir sind alle gesund und schwanger wird sie davon auch nicht«, sagte er und blickte zu Janine.

Diese hatte wenige Wochen zuvor mit der Studentenvertretung einen Gesundheitstag auf dem Campus organisiert, wo sich Studenten hatten kostenlos auf sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen können. Bei allen fünf war die Nervosität der Erleichterung gewichen, als nichts festgestellt wurde.

»Es ist nun mal Kerstins Regel«, meinte Laura, die sich zwischen Julians Beine gehockt hatte. »Und Regeln müssen eingehalten werden.«

»Na gut«, gab sich Julian geschlagen.

»Außerdem wäre dir dann das hier entgangen«, fuhr die junge Frau zu seinen Füßen fort.

Sie riss die Verpackung auf und nahm die Spitze des Kondoms zwischen ihre Lippen. Anschließend rollte sie es mit ihrem Mund bis zur Hälfte über Julians pralle Männlichkeit ab. Den Rest des Wegs erledigte die Hand, während vier Augenpaare sie ungläubig ansahen. Laura grinste kurz und fing an, Julian zu blasen.

Sie hatte insgeheim mit ihrem Vibrator geübt, um so geschickt ein Kondom ins Spiel zu bringen und potenziellen Partner damit beeindrucken zu können. Das war ihr auf jeden Fall gelungen, auch wenn sie nie beabsichtigt hatte, gleich mehreren Personen diese Fertigkeit zu präsentieren.

Julian genoss unterdessen Lauras Zunge, die von unten gegen seine Eichel drückte. Ihre Hand massierte den Schaft und nur kurze Zeit später kam der junge Mann. Laura spürte, wie sein Glied pulsierte und sich das Kondom füllte.

»Ich dachte, du hältst länger durch«, stichelte Kerstin erneut und Julian rechtfertigte sich sofort, dass es ein langer Abend gewesen war.

Noch bevor Tim sich in Position bringen konnte, zog Kerstin Laura hoch.

»Ich bin hier schon am längsten nackt«, erklärte sie. »Außerdem hat meine Schnecke nach dem Eiswürfel noch etwas bei Laura gut.«

Unter dem Protest der Männer dirigierte Kerstin Laura ins Mädelszimmer und ließ nur Janine mit hinein. Dort angekommen, warf sich Kerstin aufs Doppelbett, das sie sich mit Janine teilte.

»Komm her, Süße«, forderte sie Laura auf.

Ihre Freundin kam der Anweisung nach und legte sich zu Kerstin. Die beiden Frauen küssten sich und Kerstin führte Lauras Hand an ihrem Körper entlang. Zwischen den Schenkeln ihrer Freundin empfing Laura eine feuchte Spalte.

»Das war nicht nur der Eiswürfel«, meinte Kerstin, die den Kuss gelöst hatte, schmunzelnd.

Laura wanderte langsam mit Küssen über Kerstins Körper, ehe sie sich kurz darauf erstmals einem weiblichen Geschlecht gegenüber sah. Die Schamlippen glänzten feucht und hatten sich bereits leicht geöffnet. Laura roch eine Mischung aus Meerwasser und Erregung. Zaghaft fing sie an, die sensible Region zu küssen und zu lecken. Es schmeckte leicht herb und doch süßlich.

›Ob ich genauso schmecke?‹, fragte sich Laura, die beschlossen hatte, das zu tun, was sie selbst beim Oralsex mochte.

So saugte sie vorsichtig an den kleinen Schamlippen und kreiste mit ihrer Zunge um den Kitzler. Das leise Stöhnen von Kerstin verriet ihr, dass sie auf dem richtigen Weg war. Janine hatte sich zu den beiden aufs Bett gesetzt und streichelte Kerstins Brüste. Unter den Liebkosungen der beiden Freundinnen dauerte es nicht lange und Kerstin kam zum Höhepunkt. Laura musste aufpassen, nicht vom Bett zu fallen, als der nackte Leib unter ihr zu beben begann.

»Das war auch nicht viel länger als Julian«, stellte Janine fest.

Kerstin hob halbherzig ihre Hand und streckte ihrer Bettnachbarin den Mittelfinger entgegen. Danach sank die Hand wieder aufs Bett. Janine und Laura lachten kurz, ehe es für letztere wieder ernst wurde. Janine hatte es sich auf ihrer Seite gemütlich gemacht und zog Laura zu sich heran. Wieder begann das Liebesspiel mit einem Kuss.

»So schmeckt Kerstin also«, meinte Janine und grinste schelmisch, ehe sie Laura mit einem Nicken zu verstehen gab, dass sie auf ein langes Vorspiel verzichten konnte.

Sofort schob diese ihren Kopf zwischen die Beine ihrer Freundin und wiederholte das, womit sie Kerstin soviel Freunde beschert hatte. Auch dieses Mal ließ die erste Reaktion nicht lange auf sich warten.

Zufrieden stöhnte Janine auf, als Lauras Zunge über ihre Lustperle strich. Janine griff nach Lauras Hand, die auf ihrem Bauch lag und führte sie am Kopf vorbei zwischen ihre Beine. Laura verstand und führte vorsichtig zwei Finger in die Spalte ein.

»Etwas nach oben«, bat Janine und dirigierte Laura danach zum G-Punkt. »Oh ja!«

Laura wurde forscher und entschied einen Schritt weiterzugehen. Sie spreizte den kleinen Finger ab und führte ihn zu Janines Poloch. Dieses bot kaum Widerstand, als Laura ihren Finger hineinschob.

Kerstin hatte sich in der Zwischenzeit von ihrem Orgasmus erholt und betrachtete die Szene vor ihren Augen interessiert. Dabei kam ihr eine Idee, sodass sie vom Bett aufstand und zu Lauras Bett ging. Sie musste nicht lange suchen und fand zwischen Matratze und Bettrahmen den Vibrator in seinem Versteck.

Damit ging sie zurück zu den beiden anderen, wo sie sich hinter Laura setzte. Diese kniete zwischen Janines Beinen und hatte den Po hochgestreckt. Als Janine mitbekam, was Kerstin vorhatte, grinste sie.

Laura zuckte zusammen, als sie das vertraute Vibrieren ihres Sexspielzeugs hörte. Kurz darauf hatte Kerstin den künstlichen Freudenspender an Lauras Spalte geführt und fuhr mit der Spitze die Schamlippen entlang.

»Nicht die Konzentration verlieren«, mahnte Janine und presste Lauras Gesicht zwischen ihre Schenkel.

Gleichzeitig schaltete Kerstin den Vibrator eine Stufe höher und drückte ihn auf Lauras Kitzler. Als die junge Studentin kurz darauf kam, wurde ihr Stöhnen von Janines Geschlecht gedämpft und in einer Kettenreaktion kam auch sie. Geschafft lagen die drei Freundinnen kurz darauf auf ihrem Bett und waren eingeschlafen.

Tim erwachte am nächsten Morgen als Erster und brauchte einen Moment, um sich zu orientieren. Er lag ausgestreckt auf der Couch. Beim Umsehen im Zimmer erkannte er die verstreuten Klamotten und die Shotgläser. Langsam kamen die Erinnerungen an den vorangegangenen Abend wieder.

Nachdem die Mädels in ihrem Zimmer verschwunden waren, hatte sich Julian ins Bett verabschiedet. Er selbst wollte auf Laura warten und war dabei offensichtlich eingeschlafen. Nach einem kurzen Strecken griff Tim nach seiner Boxershorts und seinem T-Shirt. Damit bekleidet stand er auf und ging zur Küche, um etwas Wasser zu trinken. Es war eine wilde Nacht gewesen und definitiv anders, als er erwartet hatte.

»Hi«, kam es plötzlich von hinten.

Tim drehte sich um und sah sich Laura gegenüber. Sie hatte ihr weites Schlaf-T-Shirt übergestreift. Die beiden Studenten sahen sich schweigend an. Letzte Nacht hatten sie einander das erste Mal komplett nackt gesehen. Allein die Erinnerung sorgte dafür, dass Tims bestes Stück mit seiner Boxershorts ein Zelt baute und der junge Mann war froh hinter der Kochinsel zu stehen.

»Gut geschlafen?«, fragte er und Laura nickte.

»Tut mir leid, dass ich dich gestern vergessen habe«, sagte sie und sah schuldbewusst zu ihm hinüber.

»Ach quatsch«, wiegelte Tim ab. »Das war doch nur so eine blöde Aufgabe.«

In Wirklichkeit war er natürlich enttäuscht, dass er selbst nicht zum Zug gekommen war, noch dazu bei Laura. Aber das konnte er ihr nun wirklich nicht sagen.

»Es ist aber nicht ganz fair«, stellte Laura fest und versuchte einen Blick auf Tims Schritt zu erhaschen. »Immerhin beinhaltete die Aufgabe alle Mitspieler.«

Langsam ging sie auf ihn zu.

»Du musst wirklich nichts beweisen«, versicherte Tim.

»Ich will aber«, meinte Laura bestimmt und ging vor ihm auf die Knie. »Spielschulden sind Ehrenschulden.«

Auge in Auge mit der ausgebeulten Boxershorts musste sie grinsen. Zielstrebig griff Laura in den Bund der Unterhose und zog sie runter. Tims Männlichkeit sprang ihr entgegen und scheinbar war keine Gegenwehr mehr zu erwarten. Laura griff nach dem prallen Ständer und schob die Vorhaut komplett zurück.

Während sie Tim in die Augen sah, leckte sie einmal den Schaft entlang bis zur Spitze. Danach schob sie ihren Lippen über die Eichel und begann daran zu saugen. Nun, da sie weitgehend nüchtern war, konnte sie sich selbst eingestehen, dass sie Gefallen am Spiel mit der Lust anderer fand. Tims anfängliche Verunsicherung war ihre Stärke gewesen.

»Guten Morgen«, kam es kurz darauf von Kerstin.

Unbemerkt war sie in den Wohnbereich gekommen. Laura schob sich eng an die Kochinsel und zog Tim hinter sich her.

»Guten Morgen«, erwiderte er und sah Kerstin erschrocken an.

»Alles okay bei dir?«, fragte diese.

»Na klar«, antwortete Tim mit wackliger Stimme.

Laura, die mit dem Rücken an der Kochinsel lehnte, machte frech weiter und ließ ihre Zunge über Tims Vorhautbändchen gleiten. Der junge Mann schwitzte vor Nervosität.

»War eine wilde Nacht, was?«, kam es von Kerstin, die sich einen Saft genommen hatte.

»Oh ja«, gab Tim zurück und Laura war nicht klar, ob er Kerstin antwortete oder ihre Liebkosungen ansprach.

Kerstin fuhr mit dem Small Talk ebenso unbeirrt fort wie Laura mit dem Oralsex. Es bereitete ihr Vergnügen, ihren Mitstudenten im wahrsten Sinne des Wortes bei den Eiern gepackt zu haben. Vorsichtig massierte sie die beiden Murmeln mit ihrer rechten Hand.

Wenig später war es um Tim geschehen und seine Lust entlud sich in Lauras Mund. Die junge Studentin konnte nicht ausweichen, ohne ihr Versteck zu verraten und fing an, den salzigen Lustsaft zu schlucken. Sie sah Tims Knie links und rechts neben sich zittern.

»Na gut, ich werde dann mal Janine wecken«, erklärte Kerstin und machte sich daran die Küche zu verlassen.

»Hmmm«, kam es von Tim.

»Ach und wenn Laura fertig ist, wäre es cool, wenn sie eine Portion Rührei machen könnte«, meinte Kerstin. »Eine ordentliche Ladung Proteine können wir nach so einer anstrengenden Nacht sicher alle gebrauchen.«

Ihr Lachen war noch eine Weile zu hören, nachdem sie sich entfernt hatte. Laura stand auf und nahm Tim sein Wasserglas aus der Hand.

»Tut mir leid«, meinte er grinsend. »Man bekommt, was man gesät hat.«

»Und manchmal mehr als einem lieb ist«, erwiderte Laura und verzog das Gesicht zu einer Grimasse.

Beim Frühstück grinste Kerstin Laura und Tim fast durchgehend an, während die fünf Studenten ihren Heißhunger bekämpften.

»Ich fand, es war ein sehr gelungener Abend«, meinte Janine. »Meinem Spiel sei dank, natürlich.«

»Natürlich«, stimmte Kerstin zu und wollte dann wissen: »Was hat euch denn am besten gefallen?«

»Drei nackte Frauen und ein geiler Blowjob«, platzte es Julian heraus.

Laura lief rot an und fühlte sich doch geschmeichelt.

»Danke«, sagte sie leise.

»Und das ist noch eine Untertreibung«, flüsterte Tim ihr zu und Laura lächelte ihn an.

»Ich fand die Aufgaben am aufregendsten«, meinte Janine. »So ein bisschen Dominanz und Unterwerfung macht schon an.«

»Das stimmt«, erklärte Kerstin nickend.

»Wollt ihr denn weitermachen?«, fragte Tim und Laura schlug vor: »Ich könnte euch alle aussperren und dann müsst ihr machen, was ich sage, damit ihr wieder rein dürft.«

»So einfach können wir es dir aber auch nicht machen«, meinte Janine und streckte ihrer Freundin die Zunge raus. »Aber einem kleinen Wettstreit mit Konsequenzen bin ich nicht abgeneigt.«

»Mit Konsequenzen?«, fragte Julian.

»Oh ja, mit Konsequenzen«, bestätigte Janine. »Jeder denkt sich ein Spiel aus und lässt die anderen in Zweierteams antreten. Die beiden Gewinner bekommen jeweils zwei Punkte und die Verlierer eine Aufgabe. Wer von den beiden Verlierern bei dieser Aufgabe besser abschneidet, bekommt noch einen Gnadenpunkt.«

»Und was passiert mit den Punkten am Ende?«, wollte Laura wissen.

»Ganz einfach«, fuhr Janine fort. »Die bestimmen die Rangfolge. Die beiden besten werden die Herrscher, die Person in der Mitte Diener oder Dienerin und die beiden letzten Sklaven.«

»Und die Herrscher haben das Sagen über die anderen drei?«, wollte Kerstin wissen.

»Genau«, bestätigte Janine. »Außerdem darf der Diener oder die Dienerin den beiden Sklaven auch Anweisungen geben, muss aber gleichzeitig der Obrigkeit gehorchen.«

»Klingt spannend«, meinte Julian. »Wie lange gilt das dann?«

»Vom letzten Spiel bis zum Ende des Urlaubs«, antwortete Janine. »Also nur, wenn ihr euch traut.«

»Wenn nicht mit euch, mit wem sonst«, warf Laura, die bereits von ihrer Rolle als Herrscherin träumte, ein und war selbst ein wenig über ihre forsche Art erschrocken. Ob es zu spät war, um ihr Verhalten auf den Restalkohol zu schieben?

Schweigend aßen die fünf Studenten ihr Frühstück zu Ende. Jeder freundete sich mit Janine Vorschlag an und malte sich aus, wie es in welcher Rolle sein würde.

»Wir sollten es wagen«, meinte Julian und auch die anderen stimmten zu.

»Super«, freute sich Janine. »Wer will anfangen?«

»Ich«, meinte Laura, die sich schon ein Spiel und Regeln ausgedacht hatte. »Ihr spielt Tischfußball!«

»Gute Idee«, antwortete Tim begeistert, gab aber zu bedenken: »Leider haben wir keinen Kickertisch.«

»Doch, haben wir«, gab Laura zurück und ging zu einem Schrank im Wohnbereich. Darin waren zahlreiche Brettspiele und auch ein Tischkicker im Mini-Format. »Den habe ich gleich am ersten Abend entdeckt«, meinte sie und holte den gewünschten Karton hervor.

Im Gegensatz zur großen Version hatte der Mini-Tischkicker nur zwei Stangen an jeder Seite mit insgesamt sechs Spielfiguren pro Team.

»Und da sollen wir zu zweit pro Team spielen?«, fragte Julian skeptisch.

»Genau«, bestätigte Laura. »Und zwar Jungs gegen Mädchen.«

»Die machen wir fertig«, freute sich Tim.

»Sicher nicht«, gab Kerstin zurück. »Auch wenn du genau weißt, wie man an einer kleinen Stange rumspielt.«

»Seid lieb zueinander«, mahnte Laura, die eilig etwas auf mehrere Zettel schrieb.

»Was machst du da?«, wollte Kerstin wissen.

»Das sind eure Zusatzaufgaben für jedes Gegentor«, erklärte Laura und legte zwei Stapel ab. Auf den obersten Zetteln stand jeweils eine Null. »Wenn ihr ein Tor kassiert, legt ihr den obersten Zettel weg und erfüllt die Aufgabe, die auf dem nächsten Zettel steht, bevor es weitergeht. Der letzte Zettel enthält die Aufgabe für das Verliererduell.«

»Du solltest nur eine Aufgabe für das Verliererteam stellen und nicht für alles Mögliche«, beschwerte sich Kerstin.

»Falsch! Ich sollte das Spiel bestimmen und das braucht auch ein paar Regeln«, gab Laura grinsend zurück und Janine nickte zustimmend. »Wer eine Aufgabe nicht machen will, darf auch direkt aufgeben.«

»Siehst du, ihr könnt schnell und schmerzlos aufgeben, bevor wir euch blamieren«, sagte Julian zu Kerstin und wieder einmal gab es den gestreckten Mittelfinger als Antwort von ihr.

»Schiri!«, rief Tim mit gespielter Empörung und sah Laura an.

»Ich habe nichts gesehen«, meinte diese achselzuckend und gab den Ball frei.

Wer gewinnt beim Mini-Tischfußball?

  • [51,6%] Julian und Tim
  • [48,4%] Janine und Kerstin

Die Umfrage ist geschlossen. (258 Stimmen)



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