Semesterferien

Kapitel 15

Am Bootsverleih angekommen, musste die Gruppe einen Moment Geduld aufbringen. Dank des guten Wetters war der Strand einmal mehr gut besucht, sodass auch solche Serviceangebote vermehrt genutzt wurden.

»Kannst du den kurz halten?«, stellte Julian eine rhetorische Frage und gab Tim den Rucksack weiter.

»Kein Problem«, meinte dieser und merkte kurz darauf, dass das Gepäckstück schwer war. »Was hast du da drin? Steine?«

»Da müsst ihr euch überraschen lassen«, erklärte Julian, der sich in die Warteschlange eingereiht hatte und grinste. »Bei deinen Bechern durften wir auch nicht vorher drunter schauen.«

Diese Aussage sorgte für fragende Blicke bei den anderen Kunden des Bootsverleihs und die restlichen vier Studenten gingen ein Stück zur Seite.

Während Julian geduldig wartete, warf Janine einen Blick den Strand entlang. Die junge Studentin hatte gedacht, mit ihrem Spiel hinter dem Ferienhaus viel Risiko eingegangen zu sein. Nun machte es den Anschein, als würde Julian sie übertreffen wollen. Beim Anblick der Menschenmassen am Strand spürte nicht nur Janine Nervosität aufsteigen. Wenn dieses letzte Spiel genauso wie seine Vorgänger konzipiert war, würden sie einiges an Haut zeigen.

Mit ähnlichen Gedanken im Kopf durchbrach Tim das Schweigen. »Wie kam es, dass ihr euch vorhin nackt gesonnt habt?«, wollte er von Janine wissen.

»Wie bitte? Ach so, Julian und ich«, antwortete Janine mit einem verschmitzten Grinsen. »Er hat halt wieder von der nahtlosen Bräune angefangen und dann haben wir uns gegenseitig angestachelt. Das eine führte zum anderen und am Ende waren wir halt nackt. Mehr war da aber auch nicht.«

Den letzten Satz fügte Janine hastig hinzu, als sie Kerstins überraschten Gesichtsausdruck sah. Diese hatte als einzige aufgrund des Nickerchens nichts davon mitbekommen.

Bevor weitere Fragen aufkommen konnten, kam Julian wieder. Ihm zur Seite stand ein Mitarbeiter des Bootsverleihs, der die Gruppe zu einem kleinen Elektroboot führte.

Dort angekommen erklärte er die Funktionsweise sowie Sicherheitsbestimmungen. Laura, die wie die anderen zuhörte, musste innerlich grinsen. Der ältere Herr wirkte mit dem deutlichen Bauchansatz sowie dem vollen, weißen Bart wie ein alter Seebär.

»Habt ihr noch Fragen?«, wollte er schließlich wissen, doch die Gruppe verneinte. »Dann wünsche ich euch viel Freude auf dem Wasser. Bis später.«

Gemütlich trottete der Mitarbeiter zurück, um den nächsten Kunden ein Boot zu zeigen. Julian nahm im vorderen Teil des Boots, am Steuer, Platz. Die anderen setzten sich hinten in ihren Teams gegenüber auf die Sitzbänke.

»Seid ihr bereit?«, wollte Julian wissen.

»Aye, aye, Kapitän!«, gab Tim lachend zurück.

Dann ging die Fahrt los. Julian steuerte das Boot sicher vom Strand weg in Richtung Meer.

Es dauerte nicht lange und Kerstin bemerkte Lauras euphorische Stimmung sowie die Blicke in Richtung von Tim. »Warum siehst du ihn so an?«, wollte Kerstin von ihrer Freundin wissen.

»Ich sehe ihn ganz normal an«, gab Laura zurück und konnte doch nicht verhindern, dass sie errötete.

»Komm schon, Laura, du kannst mir nichts vormachen«, erklärte Kerstin und blickte ihrer Kommilitonin tief in die Augen. »Klar, du hast ihn die ganzen Semesterferien über vermutlich am meisten von uns anderen angesehen. Nur jetzt ist da noch was anderes.« Einen Moment lang durchbohrte Kerstins fragender Blick die junge Studentin, ehe es ihr wie Schuppen von den Augen fiel: »Ihr habt miteinander geschlafen.«

»Pssst«, gab Laura, deren Gesichtsfarbe noch ein gutes Stück intensiver wurde, zurück obwohl sie sich schon die ganze Zeit im Flüsterton unterhalten hatten.

»Ah, es stimmt also«, freute sich Kerstin. »War es schön?«

Zaghaftes Nicken als Antwort reichte und ehe sich Laura versah, hatte ihre Freundin sie in den Arm genommen.

»Das freut mich so für dich oder besser gesagt euch.«

»Danke.«

»Ist da noch was?«

Kerstin vermutete berechtigterweise mehr und Laura war erstaunt, wie sehr sie doch für ihre Freundinnen wie ein offenes Buch war.

»Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn liebe«, gestand die Studentin und versetzte ihre Gesprächspartnerin damit in Staunen.

»Und?«

»Er hat es erwidert.«

War Kerstin Laura kurz zuvor noch um den Hals gefallen, musste ihre Freundin nun aufpassen nicht über Bord zu gehen. Auf der anderen Seite des Boots verfolgte Janine das Treiben zwischen ihren beiden Freundinnen mit großem Interesse.

»Da sich die beiden wohl nicht so über irgendeine geheime Strategie freuen, vermute ich mal, dass du Thema bist«, meinte sie zu Tim und grinste. »Gibt es irgendetwas was ich wissen sollte?«

»Also, ähm«, stammelte ihr Mitstudent und ließ Janines Grinsen nur noch breiter werden.

»Ich weiß, du erzählst mir gleich wieder was von wegen Gentleman und so«, meinte Janine. »Allerdings wird Laura später nicht so verschwiegen sein. Von daher kannst du es auch gleich beichten. Immerhin sind wir ein Team.«

»Nun ja, also«, stammelte ihr Teamkollege weiter während seine Ohren rot anliefen.

»Ihr hattet Sex«, brachte es Janine ziemlich schnell auf den Punkt.

»Ja.«

»Da darf man wohl gratulieren«, fuhr die Studentin fort und klopfte Tim auf die Schulter.

»Dankeschön … glaube ich.«

Janines Grinsen wollte ihr noch immer nicht aus dem Gesicht entschwinden. Tatsächlich freute sie sich für ihre beiden Freunde.

Gegenüber machte sich Laura ganz andere Gedanken und zog Kerstin ins Vertrauen: »Meinst du, es ging zu schnell?«

»Wieso?«, wollte diese wissen. »Wie lange hat es denn gedauert? Mach ihm da mal keinen Vorwurf. Immerhin war er schon ziemlich erregt vom Badminton und sicher auch mehr als nur scharf auf dich.«

»Was? Nein!«, stellte Laura klar. »Ich meinte, ob es zu schnell ging, dass ich mit Tim geschlafen habe.«

»Weil es noch nicht das dritte Date war?«, amüsierte sich Kerstin und doch nickte ihre Freundin. »Du meinst das wirklich ernst?«

Laura nickte. Natürlich mochte sie Tim – sehr sogar – und doch beschlich sie das Gefühl, es im Rausch der Lust zu forsch angegangen zu sein.

»Wie lange kennst du Tim schon?«, wollte Kerstin wissen.

»Etwa so lange wie euch alle«, meinte Laura verwundert. »Seit gut zweieinhalb Jahren.«

»Siehst du«, stellte ihre Freundin fest. »Und in dieser Zeit habt ihr euch ziemlich oft gesehen. Du magst es Videoabend oder Lerngruppe anstatt Date nennen, aber überstürzt habt ihr sicher nichts. Es war vielmehr überfällig.«

Während Kerstin sprach, schweifte ihr Blick zu Julian.

»Hauptsache, du überlässt deinem Penis nicht das Denken«, sagte Janine auf der anderen Seite zu Tim und meinte es durchaus ernst.

»Was willst du damit sagen?«

»Ich möchte nur sicherstellen, dass du es Laura nicht zu einfach machst, nur weil sie dich ran gelassen hat.«

Tim überlegte einen Moment, wie er sich gegen diese Behauptung verteidigen wollte. Er sah jedoch ein, dass Janine einen valides Argument gebracht hatte und versprach, sich anzustrengen.

»Dann ist ja alles gut«, stellte Janine beruhigt fest. »Außerdem wird sie es mehr zu schätzen wissen, wenn du dein Bestes gibst. Das ist immer so.«

»Gut zu wissen«, erwiderte Tim lachend. »Mit welchem Körperteil hast du eigentlich gedacht, als du dich mit Julian zum Nacktsonnen entschieden hast.«

»Mit den Augen«, kam es prompt zurück. »Ich wollte mir nur noch mal Kerstins kunstfertiges Ergebnis ansehen.«

»So, so.«

»Ja, und dann fand ich es natürlich unfair, wenn er allein blank zieht.«

»Das war sehr nett von dir«, meinte Tim mit einem gespielt anerkennenden Blick.

»Danke, danke.«

Kerstin nutzte die verbleibende Zeit ebenfalls, um Laura ins Gewissen zu reden.

»Sei aber nicht zu lasch zu ihm«, forderte sie von ihrer Freundin. »Auch wenn ich meine Position nicht mehr verbessern kann, möchte ich dieses Spiel gewinnen.«

»Meinst du denn, ich nicht?«, kam es von der überraschten Laura. »Oder möchtest du sagen, dass ich mich beim Badminton nicht angestrengt habe? Da habe ich auch schon gegen Tim gespielt.«

»Seitdem hat sich aber einiges zwischen euch getan«, gab Kerstin zu bedenken und sah Laura eindringlich an.

»Wie du meinst«, erklärte die brünette Studentin. »Aber ich habe genauso wenig Lust wie du auf die mögliche Strafe. Ich bin vor Scham ja schon fast gestorben, als wir nur hinter dem Haus waren. Am helllichten Tage in Strandnähe blankziehen? Nein, danke.«

»Dann sind wir da ja auf einer Wellenlänge«, stellte Kerstin fest und blickte wie Laura in Richtung Strand. Sie hatten sich ein gutes Stück davon entfernt und doch konnten sie noch viele der Sonnenanbeter erkennen. Zudem kreuzten mehrere Boote in der Nähe.

Nachdem sich Julian vergewissert hatte, dass sie am Ziel waren, stoppte er das Boot. Vor ihnen erstreckte sich eine lange Sandbank.

»Wir sind da«, meinte er und ließ sich seinen Rucksack von Tim geben.

Er öffnete diesen und holte allerlei Utensilien hervor. Als Erstes entnahm er zwei aufblasbare Schwimmringe. Davon gab er einen zurück an Tim, der ihm dabei half, die beiden Ringe aufzublasen. Danach folgten vier Seile, die er paarweise mit jeweils einem Ende um die Ringe band.

»Und nun als Gewichte«, erklärte Julian und holte vier Hanteln aus dem Rucksack.

»Die waren also so schwer da drin«, stellte Tim fest.

»Wie gesagt, die dienen als Gewichte«, gab Julian zurück.

»Wo hast du die denn her?«, wollte Janine wissen. »Hast du die etwa auf Reisen immer dabei?«

»Schön, dass du mir das zutraust«, meinte Julian und lachte. »Die lagen im Ferienhaus im Schrank, allerdings etwas weiter hinten. Werden scheinbar nicht oft genutzt. Zumindest bis heute.«

Anschließend befestigte er die Hanteln an den freien Seilenden. Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, ging Julian von Bord und ließ sich die beiden Ringe samt den angebrachten Gewichten reichen.

Damit schwamm er zur Sandbank und versenkte dort die ersten beiden Hanteln. Diese sanken auf den Grund und oben schwamm der Ring, ungestört von der Strömung. Anschließend schwamm Julian zwanzig Meter die Sandbank entlang und positionierte dort den zweiten Ring.

»Das sind eure beiden Lager«, erklärte Julian und ließ sich von Tim die beiden letzten Gegenstände, zwei Bälle, aus dem Rucksack zuwerfen.

»Laura und Kerstin bekommen den gelben Ball. Janine und Tim den roten«, fuhr Julian mit seinen Ausführungen fort und positioniert je einen Ball in den Ringen. »Es ist euer Ziel, den gegnerischen Ball zu stehlen und in euer Lager zu bringen. Gleichzeitig müsst ihr natürlich euren Ball verteidigen. Wenn ihr gleichzeitig beide Bälle in eurem Ring habt, gewinnt ihr eine Runde. Das erste Team, das zwei Runden gewinnt, gewinnt das Spiel.«

»Nur zwei Runden zum Sieg?«, wunderte sich Kerstin. »Dann ist das Spiel doch ganz schnell vorbei!«

»Glaub mir, es wird anstrengend genug«, versicherte Julian, der unterdessen wieder an Bord geklettert war, während seine Freunde ins Wasser sprangen.

»Eine letzte Regel noch«, sagte der Spielleiter und manövrierte das Boot langsam in die Mitte zwischen den zwei Lagern, immer darauf bedacht nicht auf der Sandbank aufzusetzen. »Ihr dürft euren eigenen Ball nur berühren, wenn er außerhalb des Lagers ist, ihn aber jederzeit werfen. Den Ball des Gegners müsst ihr übergeben und dürft ihn nicht werfen. Ansonsten ist alles erlaubt. Verstanden?«

Die vier Spieler verarbeiteten die Regeln kurz und nickten anschließend.

»Gut, dann mal los mit Runde Eins!«, verkündete Julian.

Sofort schmiedeten beide Teams Pläne. Dadurch, dass Julian das Boot zwischen ihnen geparkt hatte, konnten sie die anderen nicht mehr direkt sehen.

»Am besten du bewachst unseren Ball und ich hole mir ihren«, meinte Janine zu Tim.

Dieser stimmte zu und blickte dann seiner Mitspielerin hinterher. Kerstin und Laura gingen das Spiel ähnlich an und letztere bewachte das Lager.

Auf dem Weg um das Schiff trafen sich die beiden Freundinnen vor dem Bug des Boots. Während Kerstin versuchte, weiträumig um ihre Gegnerin zu schwimmen, hatte Janine etwas anders im Sinn. Sie ließ Kerstin passieren und griff dann blitzschnell nach deren Bikini-Höschen. Ehe Kerstin realisiert hatte, was passierte, war sie untenrum nackt und Janine schleuderte das eroberte Kleidungsstück mit einer galanten Bewegung auf das Boot.

»Hey!«, beschwerte sich Kerstin. »Das ist unfair.«

»Du hast doch gehört, alles ist erlaubt«, meinte Janine und schwamm weiter in die Richtung von Laura. Diese hatte nur Kerstins Schrei gehört und etwas durch die Luft fliegen sehen. Nun musste sie sich aber auf Janine konzentrieren, die auf sie zukam. Ein paar Meter vor Laura stoppte deren Freundin plötzlich.

»Und, gibst du ihn freiwillig raus?«

»Den musst du dir schon holen«, erwiderte Laura hoch motiviert.

»Ganz wie du willst«, gab Janine zurück und tauchte ab.

Dank des klaren Wassers und Janines rotem Bikini konnte Laura den Weg ihrer Gegnerin gut verfolgen. Dennoch machte ihr die Lichtbrechung des Wassers zu schaffen. Als Janine direkt neben ihr war, wollte Laura nach ihr greifen, erwischte sie jedoch nicht. Ihre Gegenspielerin hatte dagegen keine Probleme den Bund von Lauras Bikini-Höschen zu finden und das Kleidungsstück bis zu den Knöcheln runterzuziehen.

Während Laura hektisch versuchte, sich wieder richtig anzuziehen, schnappte sich Janine den gelben Ball. Sie wollte sich gerade auf den Rückweg machen, als ihr eine Idee kam. Laura stand noch immer leicht gebückt im Wasser und zerrte an ihrem Bikini-Unterteil. Das war Anlass genug für Janine ihrer Freundin das Oberteil vom Körper zu reißen.

»Gib das zurück«, forderte Laura und schwamm Janine, die bereits ein paar Meter Vorsprung hatte, hinterher. Auf dem Weg am Boot vorbei, warf Janine Lauras Bikini-Oberteil an Deck, ehe sie weiter schwamm.

»Komm schon Julian«, bettelte Kerstin, doch der junge Mann an Bord schüttelte einmal mehr den Kopf.

»Tut mir leid, ich werde nicht ins Spiel eingreifen. Du musst ohne Höschen weiterspielen.« Die Ausbeulung seiner Badehose zeigte, wie sehr ihm diese Vorstellung gefiel. Die Aussichten wurden noch besser, als Laura wenig später ebenfalls halb nackt an das Boot heranschwamm.

»Was ist denn mit dir passiert?«, wollte Kerstin wissen und konnte sich die Antwort bereits denken.

»Janine.«

»Wie gesagt, es ist alles erlaubt und ihr müsst so weiterspielen«, meinte Julian. »Ihr habt aber die Möglichkeit, euch zu rächen.«

Worte, die in den Ohren von Laura und Kerstin sehr gut klangen. Beide zuckten jedoch zusammen, als in ein paar Metern Entfernung ein anderes Boot kreuzte. Während sie sich eng an das eigene Boot drückten, grüßte Julian freundlich.

Unterdessen brachte Janine gut gelaunt den gelben Ball zu Tim und ihr Team gewann die erste Runde. Nachdem wenige Minuten später alle wieder ihre Position eingenommen hatten, konnte es weitergehen. Janine und Tim entschieden sich schnell, alles beim Alten zu belassen.

»Never change a winning team«, meinte Janine gut gelaunt und schwamm los. Tim, der die erste Runde extrem entspannt verbracht hatte, konnte dem nur zustimmen. Bei Kerstin und Laura wurde länger diskutiert.

»Komm schon, oben ohne ist nur halb so schlimm«, meinte Kerstin. »Das ist doch ganz normal am Strand.«

›Wenn es nicht meine Brüste wären‹, dachte Laura.

Dass Kerstin ohne Höschen lieber am Ring bleiben wollte, konnte sie verstehen. Auf der Sandbank ging ihnen das Wasser bis zur Hüfte und so blieb wenigstens der Schein erhalten.

»Na gut«, meinte Laura schließlich. »Aber pass gut auf unseren Ball auf.«

»Versprochen. Wenn Janine kommt, kann sie was erleben.« Kerstins Augen funkelten regelrecht.

Laura nickte zufrieden und machte sich auf den Weg. Um ihrer Gegnerin aus dem Weg zu gehen, entschied sie sich, unter dem Boot entlangzutauchen.

Auf der anderen Seite staunte Tim nicht schlecht, als seine Kommilitonin mit blanken Brüsten auftauchte. Und obwohl Laura im Augenwinkel immer nach anderen Strandbesuchern Ausschau hielt, genoss sie den lüsternen Blick von Tim.

»Hast du mich vermisst?«, fragte sie lächelnd und lief langsam auf ihn zu.

»Das habe ich«, antwortete er ohne ihr wirklich in die Augen zu schauen. »Den Ball kann ich dir leider nicht geben.«

»Wie wäre es mit einem Tauschgeschäft?«, wollte Laura wissen und hockte sich ins Wasser. Das kleine Teufelchen in ihrem Kopf hatte sie zu einer unanständigen Idee angestiftet.

»Was denn für ein Tauschgeschäft?«, wollte Tim wissen.

»Den Ball gegen das hier«, antwortete seine Mitstudentin und hob ihr Bikini-Höschen aus dem Wasser.

Der Gedanke, dass Laura splitternackt war, benebelte Tims Gedanken. Als sie näher kam, konnte er unter der Wasseroberfläche ihren Schamhaarbusch schimmern sehen.

»Ich kann nicht«, meinte Tim und keuchte im nächsten Moment.

Laura hatte die Ablenkung ausgenutzt und ihm das Bikini-Höschen über den Kopf gezogen. Kurz darauf griff sie nach dem roten Ball und war entschwunden, während Tim sich das Höschen vom Kopf zog.

Zur gleichen Zeit kam Janine bei Kerstin an. Wie bei Laura versuchte Janine, an ihrer Konkurrentin vorbeizutauchen. Diese versuchte jedoch nicht nach der Gegnerin zu greifen. Vielmehr verfolgte Kerstin Janines Weg genau und nahm sie im richtigen Moment mit ihren Beinen in die Zange. Links und rechts klemmte Kerstin Janines Hüfte ein, sodass diese weder vor noch zurück konnte.

In aller Seelenruhe zog Kerstin Janine das Bikini-Höschen runter. Alles zappeln half nichts, Kerstins Beinschere hielt Stand und so ließ Janine sich auch das Oberteil ausziehen, um freigelassen zu werden. Komplett nackt und nach Luft schnappend, kam sie wieder an die Wasseroberfläche. Erschrocken sah Janine ihre Freundin an.

»Das hast du nicht kommen sehen, was?«, stellte Kerstin munter fest und hielt Janines Bikini demonstrativ in die Höhe.

»Gib den her!«, forderte Janine und hüpfte aus dem Wasser.

Julian genoss vom Boot aus das Treiben, ebenso wie andere Strandbesucher, die in der Nähe schwammen. Laura kam dazu und ehe sich Janine versah, lag der rote Ball neben dem gelben.

»Ausgleich!«

Alles Meckern und Jammern half nichts – Janine durfte nur den roten Ball mitnehmen. Da Tim nach der abgebrochenen Verfolgung Lauras Bikini-Unterteil aufs Boot geworfen hatte, blieb Janine nicht mal dieses zum Anziehen.

Ganz anders sah es bei Laura und Kerstin aus. Freudig überreichte letztere ihrer Freundin den eroberten Bikini.

»Magst du nicht mal das Unterteil?«, wollte Laura wissen.

»Ich habe mich gerade ganz gut daran gewöhnt, unten ohne unterwegs zu sein«, antwortete Kerstin mit einem schelmischen Grinsen. »Ehrlich gesagt fühlt es sich toll an.«

Obwohl Laura ihrer Freundin zustimmen musste, zog sie es vor, sich anzuziehen. Dass sie oben rum nicht alles ausfüllte, nahm sie leicht geknickt hin. Danach berieten sie, wie sie in der finalen Runde vorgehen wollten und entschieden es noch mal genauso zu versuchen wie kurz zuvor.

Tim schlug auf der anderen Seite einen Wechsel vor, doch Janine wollte sich noch einmal beweisen.

»Und dieses Mal lässt du dich nicht so leicht ablenken«, ermahnte sie ihn, kurz bevor Julian die dritte Runde freigab.

Jetzt war es Janine, die sich entschied, unter dem Boot entlangzutauchen. Wie bei Laura zuvor genoss Julian von oben den Blick auf die nackte Studentin unter der Wasseroberfläche.

Laura hingegen schwamm um das Heck herum. Auf der anderen Seite wartete Tim, fest entschlossen, den Ball zu verteidigen.

»Möchtest du wieder tauschen?«, fragte sie ihn.

»Also ausziehen kannst du dich gerne.«

»Und was bekomme ich dafür?«

»Einen Kuss«, erwiderte Tim und kam Laura ein Stück entgegen, um dieses Versprechen einzulösen.

Während er sie in einen Kuss verwickelte, würde sie den Ball kaum stehlen können. Laura ließ sich auf das wilde Zungenspiel ein und spürte Tims Hände, die sich unter das geliehene Bikini-Höschen schoben.

Sie selbst nestelte unterdessen an Tims Badehose. Nachdem sie das Band gelöst hatte, ließ sie eine Hand hineingleiten. Eine stramme Erektion, die ganz im Gegensatz zum kühlen Wasser stand, erwartete sie.

»Ich liebe dich«, sagte sie, lächelte Tim an und zog seine Badehose bis zu den Knien.

Nachdem sie sich aus der Umarmung gelöst hatte, war es ein Leichtes, um ihren Kommilitonen herumzuschwimmen und sich den Ball zu schnappen. Mit der Badehose auf Kniehöhe konnte Tim weder richtig laufen noch schwimmen.

Kerstin und Janine tänzelten unterdessen um den Schwimmring auf der anderen Seite. Janine hatte aus ihren Fehlern gelernt und wollte dieses Mal nicht auf Tauchstation gehen. Doch jedes Mal, wenn sie einen Schritt machte, folgte Kerstin ihrer Bewegung.

Erst mit einem Hechtsprung nach vorne gelang es Janine an ihrer Freundin vorbeizukommen und den Ball zu greifen. Einen Moment später hatte Kerstin ihre Arme um Janine geschlungen und hielt sie fest.

»Lass mich los!«

»Lass du den Ball los!«

Mit einem Grinsen erinnerte sich Janine an das nächtliche Schwimmen. Mit der freien Hand griff sie nach Kerstins Bikini-Oberteil und schob ihre Finger darunter. Ein kurzes Zwicken in die Brustwarze reichte und Kerstin lockerte den Griff, sodass Janine losschwimmen konnte. Dabei wurde sie direkt verfolgt.

Laura kam gerade um das Boot herum und steuerte auf das eigene Lager zu, um den roten Ball dort zu deponieren. Sie wurde von Tim, der seine Badehose gerichtet hatte, verfolgt.

Kurz vor dem Boot hatte Kerstin Janine fast eingeholt. So recht zu greifen bekam sie ihre Freundin jedoch nicht. Mehrfach rutschte ihre Hand von deren Po oder Oberschenkel ab. Beim Anblick des Hinterteils hatte Kerstin eine Idee.

Schnell schob sie ihre Hand zwischen die Backen und drückte einen Finger in das enge Poloch. Janine entglitt ein spitzer Schrei und sie stoppte in ihrer Bewegung. Doch anstatt ihrer Gegnerin wieder loszulassen, führte Kerstin noch einen Finger in deren Spalte ein und zog sich zu ihr heran. Janines erschrockener Blick zeigte Kerstin, dass sie damit nicht gerechnet hatte.

Ohne Gegenwehr ließ sich Janine den gelben Ball abnehmen. In hohem Bogen flog er über das Wasser sowie die Köpfe von Tim und Laura. Letztere hatte gerade den roten Ball zurückgelegt und war nun bemüht, ihren Kommilitonen am erneuten Entwenden zu hindern. Wie beim Basketball hüpfte der gelbe Ball mehrfach auf dem Ring hin und her, ehe er in der Mitte landete. Laura und Kerstin hatten gewonnen.

Behutsam zog Kerstin ihre Finger zurück und half Janine auf. »Das musste leider sein«, meinte sie und grinste.

»Das soll ich dir bei dem Gesichtsausdruck glauben?«, fragte Janine und streckte ihrer Freundin die Zunge raus.

»Auf jeden Fall tut es mir so leid, wie es dir, dass du mir am Anfang das Höschen ausgezogen und mich später in die Brust gekniffen hast.«

»Tut mir beides jetzt nicht so sehr leid«, gestand Janine und lachte.

»Ganz meine Rede«, versicherte Kerstin.

»Gut gespielt«, lobte Julian seine Freunde.

Er war ins Wasser gesprungen und hatte bereits den ersten Schwimmring geholt. Den zweiten brachten Tim und Laura mit.

Als alle wieder auf dem Boot waren und die eigenen Badeklamotten trugen, wollten Janine und Tim wissen, was ihre Strafaufgabe sein würde.

»Ihr bekommt nachher von mir ein Zeichen und schwimmt um die Wette«, erklärte Julian. »Wer von euch beiden zuerst am Ferienhaus ist, hat gewonnen.«

»Mehr nicht?«, wollte Tim wissen und versuchte in Gedanken einzuschätzen, ob er schneller als Janine schwimmen konnte oder nicht.

»Ach ja, das ganze natürlich ohne Klamotten«, meinte Julian mit einem breiten Grinsen.

Kurz darauf fuhr er mit Laura und Kerstin zurück zum Strand. Janine und Tim blieben splitternackt zurück. Beide hatten sich auf der Sandbank hingehockt, sodass nur ihre Köpfe herausschauten. Sie verfolgten das Boot und sahen nervös zum gut gefüllten Strand.

»Und, traust du dich, da am Ende einfach raus zu marschieren?«, wollte Janine wissen.

»Na klar«, gab Tim zurück und wusste, dass er nicht so selbstsicher klang, wie er es gewollt hätte. Er spürte wie sich sein Gemächt aufgrund von Nervosität an den Körper heranzog.

»Zu blöd, dass es dir nichts bringen wird«, stellte Janine fest.

»Wie meinst du das?«

»Wenn ich mich nicht komplett irre, könntest du mit einem Sieg deinen zweiten Platz festigen«, erklärte die Studentin und Tim nickte. »Dann hast du mich als Dienerin und Kerstin als Sklavin, nur wird Laura dir nicht gestatten, dich an uns auszutoben.«

»Das sah gestern noch ganz anders aus«, gab Tim zu bedenken. »Da durftest du es dir schmecken lassen.«

»Stimmt«, meinte Janine und streckte Tim zu Zunge raus. »Da habt ihr aber noch keinen Sex gehabt. Laura ist Treue sehr wichtig.«

Zur gleichen Zeit kamen die anderen mit dem Boot wieder am Verleih an. Der Mitarbeiter, der Julian eingewiesen hatte, schaute etwas verwundert, als nur drei Personen vom Boot stiegen. Anschließend zuckte er mit den Schultern und da alles in Ordnung war, konnte Julian seine Kaution aus dem Büro wieder abholen.

»Bereit?«, meinte er zu Laura und Kerstin.

»Immer doch«, meinte letztere mit einem breiten Grinsen.

Julian zog Janines Bikini-Höschen aus dem Rucksack und wedelte es mit ausgestrecktem Arm hin und her. Das Signal kam bei Tim und Janine an.

Sofort fingen beide an zu schwimmen. Für den Anfang ließen beide keine Nervenschwäche erkennen. Sie steuerten auf direktem Weg und mit voller Kraft in Richtung Strand zu. Es galt vor allem Strecke zu machen. Beide blendeten den Part, kurz darauf nackt über den Sand laufen zu müssen, aus. Besonders Tim beschäftigte die Frage, ob Janine mit ihrer Vermutung richtig lag. Oder war es nur ein Versuch gewesen, ihn zu verunsichern?

»Ihr müsst nicht warten«, meinte Laura zu Julian und Kerstin.

»Du meinst, ich lasse mir das entgehen?«, wollte Kerstin wissen und Julian stimmte zu.

Alle drei blickten gespannt aufs Wasser und verfolgten den Weg von Tim und Janine.

»Ich dachte nur, ihr wollt euch noch etwas Zweisamkeit gönnen, bevor ihr endgültig zu Sklaven werdet.«

»Ich nicht unbedingt, wenn Tim sich zusammenreißt und seinen Mann steht«, erklärte Julian.

»Stimmt. Nur ich bin so oder so die Verliererin«, meinte Kerstin geknickt.

»Meinst du denn, es wird unter meiner Regentschaft so schlimm?«, fragte Laura.

»Kann ich jetzt noch nicht sagen«, erwiderte Kerstin grinsend. »Was erwartet mich denn?«

»Vermutlich nichts, was du nicht auch so tun würdest.«

»Das ist dann ja einiges«, meinte Julian lachend und bekam von Kerstin einen Schlag in die Seite.

»Immer vorsichtig mit den Steinen im Glashaus«, ermahnte Laura ihren Kommilitonen. »Egal ob als Diener oder Sklave, gehorchen musst du mir so oder so.« Während sie sprach, spürte sie ein Gefühl von Macht in sich aufsteigen und ein Lächeln umspielte ihre Lippen.

PlatzNameSpielePunkte
1Laura48
2Tim45
3Janine44
=Julian44
5Kerstin43

Wer gewinnt den Nacktsprint bis zum Ferienhaus?

  • [59,2%] Tim
  • [40,8%] Janine

Die Umfrage ist geschlossen. (260 Stimmen)



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