Adventskalender 2021

Die leere Vase

»Bring auf dem Heimweg bitte einen großen Strauß Brennnesseln mit.«

So lautete die kurze Nachricht, die Melissa wenige Minuten vor Feierabend empfangen hatte. Dazu ein Foto von einer leeren Vase. Ein Bild und zehn Wörter, die ihr Ziel nicht verfehlten. Alles, woran die Sklavin ab diesem Moment denken konnte, war die Session mit ihrem Herrn am Abend.

Mit zitternden Händen hatte Melissa fast einen ganzen Busch Brennnesseln leer gepflückt. Die Handschuhe, die sie dabei zum Schutz getragen hatte, würden ihr später wenig helfen. Dann wären es andere Körperpartien, die in den Genuss der Quälgeister kommen würden. Nur welche?

Zu Hause wartete die leere Vase auf dem Küchentisch. Behutsam stellte Melissa den Strauß Brennnesseln hinein, ehe sie den gefalteten Zettel, welcher ebenfalls auf dem Tisch lag, aufklappte und die Anweisungen las.

»Zieh dich aus. Alles. Ich rufe dich.«

Schon folgte der nächste Schauer, der über Melissas Rücken fuhr. Sie wusste genau, dass nur freigelegte Bereiche bespielt wurden und es gab nun keine bedeckten mehr. Die Vorstellung, mit Brennnesseln zwischen den Beinen gestreichelt zu werden, ließ die Knie der Sklavin weich werden. Gleichzeitig kribbelte es zwischen ihren Schenkeln, als würde sich ihre Spalte nach dem Brennen und Jucken sehnen.

Vielleicht dachte ihr Herr aber auch erneut an ihren Busen, überlegte Melissa. Allein dieser Gedanke ließ ihre Brustwarzen hart werden. Nachdem es beim letzten Mal lediglich zwei harte Schläge auf die Nippel gewesen waren, könnte es an diesem Tag deutlich länger dauern.

Hatte sie vielleicht zu viele Brennnesseln mitgebracht? Konnte ihr Herr es unter Umständen als Wunsch interpretieren, sie möglichst lange damit zu quälen und keinen der empfindlichen Bereiche auszulassen? Sollte sie vielleicht ein paar Stängel verschwinden lassen? Was, wenn es dann zu wenig wären? Würde ihr Herr auf eine andere Strafe zurückgreifen? Auf eine härtere Strafe?

»Melissa! Kommst du bitte?«

Melissa  

2 Kommentare

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23.10.21

Kuchenkartell

Hallo LynoXes,

schöne Idee, dass es hier fast nur um die Gedanken der Sklavin geht. Mal nicht die Session selbst, sondern der Weg dahin.
Besonders schön die Unsicherheit, ob es vielleicht zu viele oder zu wenige Brennnesseln sein könnten.

viele Grüße
Kuchenkartell

LynoXes:

Hallo Kuchenkartell,

vielleicht die perfekte Gelegenheit das Phrasenschwein zu füllen:

  • Der Weg ist das Ziel.
  • Vorfreude ist die schönste Freude.
  • Geduld ist eine Tugend.

Viele Grüße
LynoXes

08.09.21

Flodurix

Ganz netter Anfang für Leute, die eine härtere Gangart lieben, doch wieso hört die Geschichte nach dem Epilog auf - das eigene fehlt komplett …

LynoXes:

Hallo Flodurix,

bei den Fantasien handelt es sich um Kürzestgeschichten, die absichtlich mit einem raschen Einstieg und offenen Ende geschrieben sind. Sie sollen das Kopfkino der Leser in Fahrt bringen, wo die Geschichte dann weitergeht. Für längere Texte einfach zu den Kurzgeschichten oder Mehrteilern wechseln.

Viele Grüße
LynoXes