Erpressung und Revanche

Laut polterte Nina in die Wohnung hinein. Wie immer hatte es auf Arbeit länger gedauert und nun hatte sie kaum noch Zeit sich für den Abend fertig zu machen. In weniger als zwanzig Minuten würde Steffi sie abholen. Mit ihren beiden Männern auf Montage hatten die Frauen gemeinsam mit anderen Freundinnen einen typischen Mädelsabend in ihrer Lieblingskneipe geplant.

In Windeseile zog sich Nina den Hosenanzug aus und hängte ihn auf einen Bügel. Anschließend warf sie die Unterwäsche in die Wäschetruhe und ging ins Bad. Auch wenn sie sich soeben komplett entkleidet hatte, so war sie doch nicht nackt. Silbrig glänzend umspannte ein Keuschheitsgürtel ihren Schambereich. Es war das Ergebnis eines Seitensprungs vor knapp zwei Jahren, als ihr Mann auf Montage war. In einem Moment der Schwäche war sie dem Charme des jungen Trainers in ihrem Fitnessstudio verfallen und hatte sich mit ihm auf ein Glas Wein getroffen. Aus einem Glas wurden vier und eh sie sich versah lag sie mit ihm in ihrem Ehebett. Sein muskulöser Körper und seine Ausdauer hatten ihr tollen Sex beschert, doch kaum war er am nächsten Morgen gegangen, hatten die Gewissensbisse angefangen.

Wie konnte sie das ihrem Markus nur antun? Sie liebte ihn doch und wusste, dass sein Beruf erforderte, dass er hin und wieder für eine Weile fort war. Lange hielt sie das schlechte Gewissen nicht aus und zwei Tage später, kurz bevor ihr Mann wieder nach Hause kommen würde, schrieb sie ihm eine lange E-Mail. Sie hoffte, dass er sich so schon etwas abregen konnte, bevor er nach Hause kam. Doch er kam nicht. Fast eine ganze Woche ließ er sie schmoren und reagierte weder auf Anrufe noch auf Nachrichten. Natürlich machte sich Nina Vorwürfe, wegen des Seitensprungs und weil sie feige zu einer E-Mail gegriffen hatte, anstatt es von Angesicht zu Angesicht zu beichten.

Als Markus endlich nach Hause kam, war er noch immer distanziert, aber deutlich gefasst. Sofort sprudelten die Entschuldigungen aus Nina heraus. Niemals wieder würde sie so eine Dummheit begehen und im Fitnessstudio hatte sie ihre Mitgliedschaft auch schon gekündigt. In ihrer Not bot sie ihrem Mann sogar an, dass auch er sich einmal außerhalb der Ehe vergnügen könnte, damit sie quitt wären. Markus hob nur kurz eine Augenbraue und sah seine Frau erstaunt an. „Ich will keine andere als dich“, gab er zurück. „Und ich will auch nicht, dass Du einen anderen hast.“ „Das kommt nie wieder vor, versprochen“, versicherte Nina, doch Markus wollte auf Nummer sicher gehen.

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