Zehenspitzengefühl

Cleo lehnte sich zurück, betrachtete den schwarzen Peeptoe an ihrem linken Fuß und lächelte süffisant. Oh ja, diese Art von Schuhen standen ihr und waren die Mühen wert. Es war nicht immer leicht, den passenden Verkäufer zu finden, doch heute war sie schnell fündig geworden.

»Kannst du mir mit dem Zweiten helfen?« Ohne auf eine Antwort zu warten, stellte Cleo ihren rechten Fuß auf dem Oberschenkel des Verkäufers ab.

»N-na-natürlich«, kam die Antwort, während sich Schweißperlen auf der Stirn des Verkäufers bildeten. Ihm entging, dass ihn die Kundin seit einer halben Stunde nicht mehr siezte.

Mit zitternden Händen öffnete er den‌ Verschluss und zog Cleos Schuh fast ehrfürchtig aus. Gedankenlos hielt er diesen einen Moment fest und strich über das dank Körperwärme schmiegsame Leder. Erst ein leises Räuspern der Kundin vor ihm holte ihn aus seiner Fantasie und leicht errötet griff er zum zweiten schwarzen Peeptoe.

»Können wir noch etwas am Preis machen?«, wollte Cleo wissen, ohne je auf das Schild am Karton geschaut zu haben.

»Ich denke, zwanzig … dr-drei-dreißig Prozent möglich wären«, stotterte er.

Cleo hatte ihren Fuß unvermittelt auf die deutlich sichtbare Beule in seinem Schritt gestellt und schob die Sohle dort mit leichtem Druck auf und ab. Lächelnd sah sie zu, wie der junge Mann um Fassung rang.

»Geht nicht etwas mehr?«, fragte sie.

»Bitte, ich kann nicht«, krächzte er, während Cleo den Druck weiter erhöhte. »Na gut, f-fü-fün … oh, Gott!«

Lächelnd nahm Cleo ihren Fuß aus dem Schritt des Verkäufers. Wo dieser eben noch geweilt hatte, bildete sich nun ein feuchter Fleck. Im Gesicht des Mannes zeigten sich gleichermaßen Befriedigung und Scham.

»Na gut«, meinte Cleo, während sie zurück in ihre eigenen Schuhe wechselte. »Ich muss wohl noch einmal eine Nacht darüber schlafen. Bis morgen!«


0 Kommentare

Kommentar schreiben