Strafarbeit nach Feierabend

Ich komme pünktlich zu Meetings und bereite mich darauf vor.

Wieder und wieder schrieb Jana diesen Satz, so schön es ging, auf das Blatt Papier vor sich. Die junge Frau saß dabei splitternackt in ihrem Büro, sodass sie jedes Geräusch hochschrecken ließ.

Was, wenn doch noch nicht alle nach Hause gegangen waren? Bei der Vorstellung, von einem Kollegen so entdeckt zu werden, verknotete sich ihr Magen, während ihre Brustwarzen gleichzeitig hart wurden. Ob sie einen feuchten Fleck auf dem Bürostuhl hinterließ?

›Konzentrier dich!‹, forderte Jana von sich selbst und schrieb weiter.

Nachdem sie ihrer Online-Herrin in der Mittagspause von dem verschlafenen Termin und der schlechten Vorbereitung berichtet hatte, war die Strafe schnell gefunden. Für jede Minute, die sie zu spät gewesen war, sollte sie ein liniertes Blatt Papier mit dem vorgegebenen Satz vollschreiben und dabei komplett nackt sein.

Jana hatte mehrfach versucht, eine andere Strafe zu erhalten. Sie war bereit gewesen, die doppelte oder gar dreifache Menge zu schreiben, wenn sie es hätte nur zu Hause tun dürfen. Sie hatte sogar ein zusätzliches Spanking vorgeschlagen, doch ihre Herrin hatte darauf bestanden, dass das Vergehen an Ort und Stelle zu bestrafen sei.

Plötzlich ging die Tür auf.‌

Nicht einmal ein Klopfen als Vorwarnung war Jana vergönnt, ehe sie sich einer überraschten Reinigungskraft gegenübersah. In den wenigen Sekunden, in denen sich die beiden Frauen wortlos ansahen, schien die Welt stillzustehen. Dann machte die Putzfrau einen Schritt zurück und schloss die Tür.

»Ich komme später wieder«, murmelte sie im Gehen.

Jana löste sich aus der Schockstarre, schloss die Augen und atmete tief durch. Zumindest war es niemand gewesen, den sie kannte. Sie ahnte, dass sich ihre Herrin dennoch darüber amüsieren würde. Nun galt es, sich zu beeilen und weitere unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Ich komme pünktlich zu Meetings und bereite mich darauf vor.

Jana  

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