Lehrstunde

»Euer Hoheit«, riss der Gelehrte die junge Frau vor ihm aus ihren Gedanken. »Habt ihr mir überhaupt zugehört?«

»Natürlich«, log die Prinzessin und sah ihn mit einem gespielten Lächeln an.

»Eure Eltern wünschen, dass Ihr eine allumfassende Ausbildung erhaltet. Dazu gehört auch die Pflanzenkunde.«

»Das ist langweilig!« Die älteste Tochter des Königs verdrehte die Augen.

»Aber auch sehr hilfreich«, versicherte der Alchimist. »Das hier sind beispielsweise Brennnesseln. Ihr solltet einen großen Bogen darum machen, wenn es Euch nicht jucken soll.«

»Willst du mir auch erklären, was ein Gänseblümchen ist?«

»Mehr kennst du ungezogenes Gör auch nicht«, zischte der Gelehrte leise.

»Wie war das?«

»Nichts, Euer Hoheit.«

»Ich habe wohl vernommen, dass du mich beleidigt hast!«, fauchte die Prinzessin. »Der Unterricht ist beendet. Das werde ich meinem Vater erzählen!«

»Bitte, Euer Hoheit, es tut mir leid!« Der Alchimist verbeugte sich tief. »Es wird nicht wieder vorkommen.«

»Dafür werde ich schon Sorge tragen«, meinte die Prinzessin nach kurzer Überlegung. »Reich mir eine Urtica dioica.«

Der junge Mann sah die Prinzessin entgeistert an.

»Die allumfassende Ausbildung beinhaltet auch Schreiben und Lesen. Und ich habe viel Zeit zum Lesen«, ließ ihn die Adlige wissen. »Gib mir eine Brennnessel und runter mit den Beinkleidern.«

»Euer Hoheit, ich denke nicht …«

»Wahre Worte«, unterbrach ihn die Prinzessin, während sie selbst eine der Brennnesseln griff. »Entweder du tust sofort, was ich sage, oder ich berichte meinem Vater, dass du mich unsittlich berühren wolltest!«

»Euer Hoheit, ich bitte Euch …«

»Letzte Chance«, warnte die Prinzessin, während sie die ersten Schritte Richtung Tür lief.

»Haltet ein!«, rief ihr der junge Mann nach. »Ich tue es.«

Als sich die Prinzessin wieder umdrehte, war der Mann untenrum nackt. Schamvoll hielt er seine Hände vor seine Körpermitte.

»Nehmt die Hände weg!«, forderte sie. »Oder besser noch: Legt zuerst die Spitze frei. Dann wird es lustiger.«

Der Alchimist schluckte. Dieses Gör wusste mehr, als es sich für eine unverheiratete Frau schickte. Solche Dinge standen gewiss in keinem Buch der königlichen Bibliothek.

»Ich warte!«

Zögerlich schob der Gelehrte die Vorhaut von der Eichel und nahm anschließend die Hände zur Seite. Danach musste er das spöttische Lachen der Prinzessin ertragen und wusste, dass es noch schlimmer kommen würde.

CBT , CFNM

1 Kommentar

Deine Meinung zum Text?

28.07.20

Nina

das ist mal ein wirklich interessantes setting. Würde mich nicht über ein zwei weitere Geschichten darin beschweren ;)

LynoXes:

Die Launen einer Prinzessin sollten nie unterschätzt werden. Da wird es sicher noch den einen oder anderen Text geben. :)