180 Sekunden

Im Gegensatz zum Licht durchdrang die laute Musik den kompletten Nachtclub. Der verantwortliche Manager, Matheo, lehnte entspannt an der Tür zu den privaten Bereich und sah dem regen Treiben zu. Es war eine gute Idee gewesen, die monatliche Amateurnacht auf den Tag nach Valentinstag zu legen.

Die erste Runde Frauen tanzte unter den begeisterten Rufen der vor allem von Männern dominierten Besuchern auf der Bühne in der Mitte des großen Raumes. Obwohl gerade einmal die erste der drei Minuten des Songs vorüber war, waren alle fünf bereits bei der Unterwäsche angekommen.

Matheo lächelte. Er wusste genau, was jetzt kam. Für eine Weile würden die Teilnehmerinnen mit sich hadern. Sollten sie wirklich ihre Brüste entblößen? Sobald die Erste jedoch loslegte und die Lautstärke zunahm, würden die anderen schnell folgen. Wie immer.

Doch selbst dann waren noch immer anderthalb Minuten auf der Uhr. Zur mangelhaften Zeiteinteilung kam die fehlende Kenntnis von Tanzschritten, um die Meute ohne mehr nackte Haut anzuheizen, erschwerend hinzu. Trotzdem würde mindestens die Hälfte der Frauen am Ende des Abends der Meinung sein, sie hätten einen super Job abgeliefert.

Es wurde wieder lauter. Matheo sah zur Frau ganz links. Wie die meisten hatte sie vorher gesagt, dass beim Höschen Schluss war. Dieser Vorsatz war genauso nun wie das besagte Kleidungsstück gefallen. Das brachte die anderen Kandidatinnen in Zugzwang. Schon streifte die Nächste ihren Stringtanga über den Po und dann die Nächste.

Bis zum‌ Ende des dreiminütigen Songs waren alle fünf Frauen splitternackt, egal welche Grenzen sie sich vorher gesetzt hatten. Jede von ihnen hatte einer Horde fremder Männer ihre Brüste, ihren Schambereich und ihren Po präsentiert. Und es war noch nicht vorbei.

Licht an.

»Wie ich höre, hat das allen sehr gut gefallen«, rief Matheo ins Mikrofon, während er zur ersten Dame ging. »Magst du uns verraten wie du heißt?«

Matheo   ENF

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